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Was viele Menschen ahnten und manche sicher wussten, ist nun ganz offensichtlich und für Sachsen und ganz Deutschland beschämend zutage getreten.
CDU und AFD Stadträte in Heidenau haben gemeinsam und schlaglichtartig die gesellschaftliche Konfrontation provoziert und wollen somit die Opfer des Faschismus aus dem öffentlichen Bewusstsein verdrängen. Diese geschichtsvergessenen, antisemitischen und rassistischen Abgeordneten
Sie sind die geistigen Erben einer völlig unzureichende Entnazifizierung in der Bundesrepublik Deutschland, wo in der Adenauerregierung NSDAP-Mitglieder saßen, Faschisten in Bundeswehr und Nachrichtendiensten wirkten und der SS-Henker von Warschau als Bürgermeister von Westerland im Landtag vertreten war. Die faschistisch- ideologische Saat sprießt in einem Land, wo Richter, Offiziere und Beamte mit NSDAP-Mitgliedsbuch tätig und deren Nachfolger zu Aktivisten der AfD mutierten. Wie treffend das
„Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch“ ist ein berühmtes Zitat Bertolt Brechts und so aktuell.
Es gilt jetzt unmissverständlich Gesicht zu zeigen und sich öffentlich für eine antifaschistisch-demokratischen Gesellschaft mit Wort und Tat einzusetzen. Dabei müssen die demokratischen Parteien Farbe bekennen und aktiv vorangehen. Jeder Humanist ist gefragt, um den Apologeten faschistischer Tendenzen die Stirn zu bieten.
Vorst. VVN-BdA Chemnitz
i.A. Raimon Brete
Unvergessen - Willy Schockenbäumer
Mutige, engagierte und aufrichtige Kämpfer gegen die braunen und schwarzen Horten der Faschisten dürfen nicht vergessen werden.
Zu ihnen gehört Willy Schockenbäumer, der die Abteilung des Roten Frontkämpferbund (RFB) Burgstädt aktiv und mit Erfolg führte.
(Der RFB wurde 1924 gegründet und war die Nachfolgeorganisation der Proletarischen Hundertschaften und des vom Spartakusbund begründeten Roten Soldatenbunds.)
Aus den Erinnerungen von Erich Knorr[1912-2012; er war 29 Monate lang Strafsoldat im Strafbataillon 999 und ein deutscher Politiker(KPD, SED,DIE LINKE), Landrat des Kreises Rochlitz und stellvertretender Generalsekretär der Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe(VdgB)].
"Im Herbst 1932 schloss ich mich, ohne Anweisung oder irgendeine Order, enger an den Roten Frontkämpferbund an, die illegale Wehrorganisation der KPD, in die ich im März 1932 aufgenommen worden war. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass der Nazismus an die Macht kommen könnte, ohne dass die deutsche Arbeiterklasse dem Faschismus eine Entscheidungsschlacht liefern würde. Waren das lediglich Ideen in meinem Kopf? Nein, das waren sie nicht. Willy Schockenbäumer starb unter den Kugeln der SS, des Limbacher Mordsturms, im November 1932. Ein halbes Dutzend unserer Kameraden wurde verletzt, dem Jüngsten musste ein Bein amputiert werden."
"NEUEN DEUTSCHLAND" vom 09.09.1989 - Beitrag "Wie junge Leute aus der Geschichte lernen, das Heute mitzugestalten"; Seite 9:
"Dutzende Blätter für Ortsgeschichte sind herausgegeben. Dafür lohnt es, Partei zu nehmen.
Da ist zum Beispiel die Reihe „ Kämpferpersönlichkeiten ".
Burgstädter Bürger, aktiv im antifaschistischen Widerstandskampf, werden darin vorgestellt.
Albert Hößler, Wilhelm Schockenbäumer, Kurt Mauersberger, Friedrich Marschner... Burgstädter, die' Flugblätter herstellten, gefährdete Genossen vor der Verhaftung bewahrten, in den Internationalen Brigaden einen Wall gegen die aufkommende Flut des Faschismus errichten wollten.
Kommunisten, Sozialdemokraten, Gläubige.
Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft erkundeten Details ihres Lebens, sprachen mit Freunden und Kampfgefährten, fragten nach Motiven, wollten wissen, woraus sie Kraft und Optimismus nahmen. „Die Menschen, die wir dabei kennenlernten, sind für unsere Schüler keine Helden auf steinernem Sockel,
sondern Leute aus ihrer Heimatstadt, Bürger, die um die Ecke wohnten und wohnen. So fällt es
leichter, historische Prozesse, Ereignisse der Weltgeschichte zu begreifen und zu werten."
Kein Opfer der brutalen und entmenschlichten faschistischen Ideologie darf vergessen werden, auch wenn (noch) nicht immer alle Fakten detailliert bekannt sind.
Literatur
Erich Knorr, Strafsoldat in Krieg und Nachkrieg - 29 Monate Strafbataillon 999, Pahl-Rubenstein-Verlag 2011
Ehrungen in Burgstädt: Willy-Schockenbäumer-Straße
Gedenktafel
Liebe Freund*innen,
ich habe gerade die Petition "Antifaschismus muss gemeinnützig bleiben!" unterzeichnet und würde mich sehr freuen, wenn auch ihr…
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Die Arbeit der Mitglieder der Vereinigung der Verfolgten des Naziregiems und Bund der Antifaschisten(VVN-BdA) steht auch in Chemnitz ganz im Zeichen der Verwirklichung des Schwures der Buchenwaldhäftlinge und der Opfer des Faschismus:
"Wir werden den Kampf erst aufgeben, wenn der letzte Schuldige vom Gericht aller Nationen verurteilt ist. – Die endgültige Zerschmetterung des Nazismus ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ideal."
Unsere Arbeit umfasst Forschungs-, Gedenk- und Pflegearbeit für Chemnitz sowie im Umland. Ihren Niederschlag findet diese u.a. in eigenständigen Publikationen, Ausstellungen sowie Veranstaltungen über Widerstandskämpfer und Verfolgte des faschistischen Regimes sowie einer aktiven Unterstützung für die Verlegung von "Stolpersteinen". Schwerpunkt ist auch die Unterstützung der Arbeit der Gedenkstätte über eines der ersten Konzentrationslager in Deutschland in Sachsenburg bei Frankenberg.
Hierfür suchen wir weitere Mitsteiterinnen und Mitstreiter und möchten Sie ganz herzliche dazu einladen.
Wir würden uns auch über eine Spende zur Finanzierung künftiger Forschungs- und Erinnerungsprojekte
freuen.
Näheres können Sie auf unserer Internet-Seite erfahren.
VVN-BdA Ortsverband Chemnitz
DE12870500007004464
VVN-BdA Stolpersteine
DE10870500003557006246
Veranstaltungshinweis für den 08. Oktober 2026, 17.30 Uhr Gedenkstätte für die Inhaftierten des KZ Sachsenburg. Diese Biographie bietet so viel Stoff, ist so [...]
Mehr
Sehr geehrte Frau Wagner,
es ist mittlerweile zu einer festen Tradition in unserer Stadt geworden, mit der Verlegung von
Stolpersteinen an ehemalige Bürgerinnen und Bürger zu erinnern, die während des
nationalsozialistischen Regimes tragische Schicksale erlitten haben.
Dr. Hans Brenner und seine 50 Mitstreiter haben ein umfangreiches Werk über die Anfänge der Konzentrationslager in Sachsen vorgelegt.
Die Neuerscheinung der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung wirft ein neues Licht auf die Zeit der Nationalsozialismus zwischen 1933 und 1945 in Sachsen. Zu den Themen zählen das System der Frühen Konzentrationslager von 1933 bis 1937 (mit mindestens 80 sächsischen Städten und Gemeinden), die politischen Prozesse gegen Gegner des NS-Systems, Opferschicksale aus den verschiedenen Verfolgten-Gruppen und die als Todesmärsche bezeichneten Evakuierungsmärsche aus Konzentrationslagern und deren Außenlagern ab Herbst/Winter 1944 über sächsisches Territorium.
Mit einem umfangreichen Datenanhang und vier thematischen Karten liefert das Buch neuestes Forschungsmaterial für die sächsische Heimat- und Landesgeschichte.
Brenner, Hans / Heidrich, Wolfgang / Müller, KlausDieter / Wendler, Dietmar (Hrsg.) NS-Terror und Verfolgung in Sachsen.
Von den Frühen Konzentrationslagern bis zu den Todesmärschen Sächsische Landeszentrale für politische Bildung, Dresden 2018, 624 S
Am nachfolgend vorgestellten Buch arbeiteten auch Mitglieder unseres Vereines mit. Wir möchten es an dieser Stelle gerne mittels der Verlagsankündigung vorstellen:
Bertram Seidel, Gabriele Seidel, Enrico Hilbert (Hrsg.)
Wie Lämmer zur Schlachtbank?
Jüdischer Widerstand und Verweigerung aus der jüdischen Bevölkerung in Sachsen gegen da NS-Regime 1933-1945
Das Buch erhebt hinsichtlich der erörterten Thematik weder Anspruch auf Vollständigkeit noch auf theoretischen Tiefgang. Ihr Hauptanliegen besteht vielmehr darin, anhand des Verhaltens konkreter Personen einen Eindruck vom Ausmaß resistenten Handelns aus der jüdischen Bevölkerung eines räumlich klar definierten Territoriums des Deutschen Reiches gegen das Herrschaftssystem der Nazis zu vermitteln und damit der in verschiedenen Milieus noch immer stark verbreiteten Pauschalansicht, die Juden hätten sich nich gegen das Hitlerregime und damit gegen ihr Verderben gewehrt, handfeste Tatsachen entgegenzusetzen. Bekanntlich wurde dieser Aspekt der Holocaust-Gesamtthematik zumindest im deutschsprachigen Raum über lange Zeit sehr stiefmütterlich behandelt und darüber hinaus von einigen Historikern wie beispielsweise Raul Hilberg in seiner 1992 erschienenen Publikation „Täter, Opfer, Zuschauer. Die Vernichtung der Juden 1933 bis 1945“ in der Vergangenheit auch verzerrt dargestellt.
Interessierte können das Buch direkt beim Verlag bestellen. >>> https://www.edition-av.de/