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Anlaß
Zu Beginn des Jahres 1992 ergriffen die Kameraden Erich Knorr und Siegfried Streubel die Initiative zur Aufarbeitung der Geschichte des KZ Sachsenburg, nach dem im April eine entsprechende Anzeige im Gemeinde-Anzeiger von Sachsenburg und Irbersdorf erschienen war, in dem die Bezeichnung Konzentrationslager abgelehnt wurde, während gleichzeitig eine Schändung des Mahnmals in Sachsenburg stattfand.
Die Gedenkstätte KZ Sachsenburg mit dem Kommunikations- und Dokumentationszentrum befindet sich in Sachsenburg, direkt an der S202 Mittweidaer Straße. Über die Bundesautobahn A4, Anschlussstelle Frankenberg, die Bundesstraße B169 und die Mittweidaer Straße ist das Zentrum mit Pkw zu erreichen. Auf dieser Trasse verkehrt auch der Linienbus 675. Der nächste Bahnanschluss (Regiobahn nach Hainichen und Chemnitz) befindet sich in der Stadt Frankenberg.
Ein Geh- und Radweg führt entlang der Zschopau von Frankenberg nach Sachsenburg und weiterhin als Zschopautal-Rad- und Wanderweg.
Gedenkstätte Konzentrationslager Sachsenburg
Kommunikations- und Dokumentationszentrum
An der Zschopau 1, 09669 Frankenberg/Sa.
Telefon: 037206-64 1116
EMail: m.borvyk(at)frankenberg-sachsen(dot)de
Öffnungszeiten:
Mittwoch bis Sonnabend 14.00 - 16.00 Uhr
Sonntag 10.00 - 16.00 Uhr
Sie können das Projekt der Gedenkstätte gern
durch eine Spende auf folgendes Konto unterstützen:
Stadt Frankenberg/Sa.
Gedenkstätte KZ Sachsenburg
Kommunikations- und Dokumentationszentrum
Volksbank Mittweida eG
BICGENODEF1MIW
IBAN DE11870961240197480025
Verwendungszweck: Gedenkstätte KZ Sachsenburg
Diese Maßnahme ist mitfinanziert aus Steuermitteln auf der Grundlage
des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtages beschlossenen Haushalts.
Für den Text verantwortlich:
Stadt Frankenberg/Sa.
Markt 15, 09669 Frankenberg/Sa.
Interessenverband ehem. Teilnehmer
am antifaschistischen Widerstand e.V. Sachsen
Chemnitz, 31.05. 1992
An den
Rat der Gemeinde
Sachsenburg-Irbersdorf
z.Hd. des Herrn Bürgermeister
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Hoffmann,
bezugnehmend auf unsere Unterhaltung vom 16.4. 92, die wir mit Ihnen wegen der Gedenkstätte des ehemaligen KZ hatten, möchten wir Ihnen heute nach der Beratung im Geschäftsführenden Vorstand unseres Vorstand unseres Verbandes den Vorschlag einer gemeinsamen Besichtigung der Gedenkstätte mit anschließender Beratung unterbreiten. Von unserer Seite würden an dieser Beratung drei bis vier Vertreter mit Ihrem Ra der Gemeinde teilnehmen. Ob es zweckmäßig wäre, einen Vertreter des Herrn Landrat des Kreises Hainichen einzuladen, wir wir begrüßen würden, müßten Sie entscheiden. Bei unserem Vorschlag wissen wir uns einig mit Ihnen in der Auffassung, daß unsere Kinder und Enkel die Wahrheit über die Vergangenheit erfahren sollen. Wir hoffen, unser Vorschlag findet die Zustimmung Ihrer Gemeindevertretung und sehen der Mitteilung über Ort und Zeit unserer gemeinsamen Beratung entgegen. Zu der Veröffentlichung des “Gemeinde-Anzeigers Sachsenburg-Irbersdorf”, 3. Jahrgang, Nr. 4 vom 4.4. 1992, die wir mit Interesse zur Kenntnis genommen haben, möchten wir Ihnen noch folgendes mitteilen: Wir sind willens, an der Erarbeitung der Geschichte des ehemaligen KZ Sachsenburg mit allen uns zur Verfügung stehenden Kräften mitzuwirken. Allein in der Basisorganisation Chemnitz unseres Verbandes sind nach unseren Feststellungen mindestens sechs Mitglieder organisiert, die seinerzeit als Schutzhäftlinge im KZ Sachsenburg gefangen gehalten wurden. Auch in der Memoirenliteratur finden sich Zeugnisse über das KZ Sachsenburg, z.B. bei Walter Janka: “Spuren dieses Lebens”, welches 1991 bei Rowohlt-Verlag Berlin erschien. Wir würden es sehr begrüßen, wenn sich in ihrer Gemeinde bzw. im Kreis Hainichen noch weitere Zeitzeugen fänden, die bereit wären, an der Aufarbeitung der Geschichte des KZ Sachsenburg mitzuarbeiten.
Mit freundlichen Grüßen
gez. Erich Knorr gez. Siegfried Streubel

Am nachfolgend vorgestellten Buch arbeiteten auch Mitglieder unseres Vereines mit. Wir möchten es an dieser Stelle gerne mittels der Verlagsankündigung vorstellen:
Bertram Seidel, Gabriele Seidel, Enrico Hilbert (Hrsg.)
Wie Lämmer zur Schlachtbank?
Jüdischer Widerstand und Verweigerung aus der jüdischen Bevölkerung in Sachsen gegen da NS-Regime 1933-1945
Das Buch erhebt hinsichtlich der erörterten Thematik weder Anspruch auf Vollständigkeit noch auf theoretischen Tiefgang. Ihr Hauptanliegen besteht vielmehr darin, anhand des Verhaltens konkreter Personen einen Eindruck vom Ausmaß resistenten Handelns aus der jüdischen Bevölkerung eines räumlich klar definierten Territoriums des Deutschen Reiches gegen das Herrschaftssystem der Nazis zu vermitteln und damit der in verschiedenen Milieus noch immer stark verbreiteten Pauschalansicht, die Juden hätten sich nich gegen das Hitlerregime und damit gegen ihr Verderben gewehrt, handfeste Tatsachen entgegenzusetzen. Bekanntlich wurde dieser Aspekt der Holocaust-Gesamtthematik zumindest im deutschsprachigen Raum über lange Zeit sehr stiefmütterlich behandelt und darüber hinaus von einigen Historikern wie beispielsweise Raul Hilberg in seiner 1992 erschienenen Publikation „Täter, Opfer, Zuschauer. Die Vernichtung der Juden 1933 bis 1945“ in der Vergangenheit auch verzerrt dargestellt.
Interessierte können das Buch direkt beim Verlag bestellen. >>> https://www.edition-av.de/

