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Hans Brenner

Ehrenpreisträger, Historiker und Kämpfer gegen den Faschismus

In Erinnerung an Hans Brenner

Enrico Hilbert, Vorsitzender der VVN BdA Chemnitz

Lieber Hans,

ich erinnere mich noch ziemlich genau an unser erstes Treffen in Chemnitz. Wir kannten uns nicht, ich der junge stellvertretender Vorsitzender des VVN, Du der alte Historiker aus Zschopau. Respekt einflösend war Dein Auftreten, Deine Sprache voll Kraft, Ziele klar formulierend, sicher, daß Du alles erreichen wirst, was Du Dir vorgenommen hattest. Ein Projekt, daß mit Wahnsinn hätte umschrieben werden können, für Dich eine einfache Notwendigkeit. Der Historische Atlas für unser Sachsen für die NS-Zeit mußte einfach ehrenamtlich entstehen, weil der Staat versagte. Wir trugen das Anliegen gemeinsam vor und die Hände wurden über dem Kopf zusammengeschlagen. Wenige Wochen später waren die Hände rührig, lagen nicht im Schoß und Deine Arbeitsgruppe stand Dir zur Seite, viele Jahre akribisch. Euer Werk ist Hinterlassenschaft für Generationen, damit Nichts in Vergessenheit gerät.

So blieben wir in Verbindung, gemeinsame Projekte wurden in die Tat umgesetzt, Astra-Gedenken – Todesmärsche – Frühe KZ – Gedenkort Lager-Landgraf...alles Dein und unser Verdienst. Tag und am Abend spät konnte ich Dich erreichen, nachfragen, hinterfragen, Deine liebe Frau zunächst am Telefon, stets eine herzliche Begrüßung und ein echtes Fragen, nach Gesundheit und Befinden. Deine Vorträge fesselten Zuhörer aller Generationen, denn Du hattest aus eigenem Erleben berichten können, eigener Wandel und konsequentes Handeln und Umdenken bestimmten den Start nach dem Faschismus in den Du hineingewachsen warst, Elite-Schüler einer NAPOLA, Soldat. Glaubwürdigkeit zeichnete Dich aus und Humor bei aller schwere der Themen Deiner Agenda.

Ich erinnere mich gern zurück, wenn es Gelegenheit gegeben hatte, euch gemeinsam zu treffen, unter Freunden zu sein, mit Rainer, Dietmar und Justin, Deine Frau bereicherte jede Unterhaltung.

Die Ehrungen für Deine Werke kamen spät, Du hast sie nicht gebraucht und doch waren sie wichtig, Dein Anliegen in die Öffentlichkeit zu tragen.

Hab Dank für Alles. Wir machen weiter, Du bist stets dabei und Deine Frau natürlich, wir werden von euch berichten, wenn wir von unserer Arbeit erzählen, die ohne euch, so nicht möglich gewesen wäre.

Enrico

Chemnitz, den 20. April 2026

Todesanzeige Hans Brenner

Buchankündigung: Wie Lämmer zur Schlachtbank?

Am nachfolgend vorgestellten Buch arbeiteten auch Mitglieder unseres Vereines mit. Wir möchten es an dieser Stelle gerne mittels der Verlagsankündigung vorstellen:

Bertram Seidel, Gabriele Seidel, Enrico Hilbert (Hrsg.)
Wie Lämmer zur Schlachtbank?
Jüdischer Widerstand und Verweigerung aus der jüdischen Bevölkerung in Sachsen gegen da NS-Regime 1933-1945

Das Buch erhebt hinsichtlich der erörterten Thematik weder Anspruch auf Vollständigkeit noch auf theoretischen Tiefgang. Ihr Hauptanliegen besteht vielmehr darin, anhand des Verhaltens konkreter Personen einen Eindruck vom Ausmaß resistenten Handelns aus der jüdischen Bevölkerung eines räumlich klar definierten Territoriums des Deutschen Reiches gegen das Herrschaftssystem der Nazis zu vermitteln und damit der in verschiedenen Milieus noch immer stark verbreiteten Pauschalansicht, die Juden hätten sich nich gegen das Hitlerregime und damit gegen ihr Verderben gewehrt, handfeste Tatsachen entgegenzusetzen. Bekanntlich wurde dieser Aspekt der Holocaust-Gesamtthematik zumindest im deutschsprachigen Raum über lange Zeit sehr stiefmütterlich behandelt und darüber hinaus von einigen Historikern wie beispielsweise Raul Hilberg in seiner 1992 erschienenen Publikation „Täter, Opfer, Zuschauer. Die Vernichtung der Juden 1933 bis 1945“ in der Vergangenheit auch verzerrt dargestellt.

Interessierte können das Buch direkt beim Verlag bestellen. >>> https://www.edition-av.de/