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Unvergessen - Heinz Steyer

(Opfer faschistischer deutscher Militärjustiz)

Heinz Steyer wurde am 20. Dezember 1909 in Dresden geboren. Er erlernte Beruf eines Druckers und schloss sich mit 18 Jahren dem Kommunistischen Jugendverbandes und der Kommunistischen Partei Deutschlands(KPD) an. Er spielte aktiv in der Mannschaft von Rot-Weiß(Radsport Dresden) und war Funktionär der Kampfgemeinschaft für Rote Sporteinheit.

Nach der Machtübernahme der Faschisten 1933 verbreitete Steyer mit anderen Jungkommunisten und Sportkameraden in Dresden die illegalen Zeitungen Depesche und Der Rote Stern, die die Bevölkerung über den Terror des faschistischen Regimes und den Widerstandskampf der illegalen KPD informierten. Im August 1933 wurde Steyer verhaftet und war zwei Jahre und neun Monate in den Zuchthäusern Waldheim und Zwickau inhaftiert. Nach seiner Entlassung setzte er seinen Widerstand fort. Von 1937 bis 1939 wurde er wiederholt, zum Teil monatelang, in KZ´s festgehalten.

Obwohl er von den NS-Behörden für „wehrunwürdig“ erklärt worden war, zog man ihn im Februar 1943 zur Strafdivision 999 ein und transportierte ihn mit dem IV. Festungs-Infanterie-Bataillon nach Griechenland. Hier war er, zusammen mit seinem Freund Werner Illmer, einer der Organisatoren der Widerstandsorganisation unter Soldaten. In ihrem Auftrag nutzte er seine Tätigkeit in der Schreibstube und warnte Partisanen vor geplanten „Befriedungsaktionen“. Er beschaffte illegal lebenden griechischen Patrioten zudem deutsche Ausweise, um ihnen ihre Widerstandsarbeit zu erleichtern, und versorgte sie zusammen mit anderen Gruppenmitgliedern mit Medikamenten, Munition und Waffen.

Heinz Steyer wurde am 3. Juli 1944 verhaftet, am 9. Juli von einem Kriegsgericht zum Tode verurteilt und am 12. Juli im Dorf Ai Giannis erschossen. Sein symbolisches Grab befindet sich im Ehrenhain des Heidefriedhofs in Dresden.

Ehrungen

Heinz-Steyer-Stadion in der Dresdner Friedrichstadt trägt seit 1949 seinen Namen. Vor dem Stadion befand sich ein im Juni 1949 aufgestellter Gedenkstein. Das zweitgrößte Stadion Dresdens wurde bis 2024 zu einer modernen Multifunktionssportstätte ausgebaut; das Stadion soll auch in der Folge den Namen Heinz Steyers behalten.

Die 55. Mittelschule Dresden war bis Januar 2010 Heinz Steyer gewidmet, danach erfolgte die Umbenennung in Oberschule Gottlieb Traugott Bienert, auch die Schule in Rabenau trug seinen Namen.

Ferner sind in Dresden und Riesa Straßen, in Dessau ein Ring nach Heinz Steyer benannt.

Die Deutsche Post der DDR gab 1963 eine Sondermarke zu Ehren Heinz Steyers heraus.

Quellen/Literatur

  • Luise Kraushaar(Hrsg.): Deutsche Widerstandskämpfer 1933–1945. Biographien und Briefe. Band 2. Dietz, Berlin 1970
  • Hans Burkhardt, Günter Erxleben, Kurt Nettball: Die mit dem blauen Schein: über den antifaschistischen Widerstand in den 999er Formationen der faschistischen deutschen Wehrmacht (1942 bis 1945). Militärverlag der DDR, Berlin 1982
  • Andreas Peschel: Wegen Hochverrat erschossen. In: Dresdner Neueste Nachrichten vom 15. Februar 2010

Buchankündigung: Wie Lämmer zur Schlachtbank?

Am nachfolgend vorgestellten Buch arbeiteten auch Mitglieder unseres Vereines mit. Wir möchten es an dieser Stelle gerne mittels der Verlagsankündigung vorstellen:

Bertram Seidel, Gabriele Seidel, Enrico Hilbert (Hrsg.)
Wie Lämmer zur Schlachtbank?
Jüdischer Widerstand und Verweigerung aus der jüdischen Bevölkerung in Sachsen gegen da NS-Regime 1933-1945

Das Buch erhebt hinsichtlich der erörterten Thematik weder Anspruch auf Vollständigkeit noch auf theoretischen Tiefgang. Ihr Hauptanliegen besteht vielmehr darin, anhand des Verhaltens konkreter Personen einen Eindruck vom Ausmaß resistenten Handelns aus der jüdischen Bevölkerung eines räumlich klar definierten Territoriums des Deutschen Reiches gegen das Herrschaftssystem der Nazis zu vermitteln und damit der in verschiedenen Milieus noch immer stark verbreiteten Pauschalansicht, die Juden hätten sich nich gegen das Hitlerregime und damit gegen ihr Verderben gewehrt, handfeste Tatsachen entgegenzusetzen. Bekanntlich wurde dieser Aspekt der Holocaust-Gesamtthematik zumindest im deutschsprachigen Raum über lange Zeit sehr stiefmütterlich behandelt und darüber hinaus von einigen Historikern wie beispielsweise Raul Hilberg in seiner 1992 erschienenen Publikation „Täter, Opfer, Zuschauer. Die Vernichtung der Juden 1933 bis 1945“ in der Vergangenheit auch verzerrt dargestellt.

Interessierte können das Buch direkt beim Verlag bestellen. >>> https://www.edition-av.de/