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Unvergessen - Willy Schockenbäumer

(Opfer faschistischer deutscher Militärjustiz)

Unvergessen - Willy Schockenbäumer

 

Mutige, engagierte und aufrichtige Kämpfer gegen die braunen und schwarzen Horten der Faschisten dürfen nicht vergessen werden.

Zu ihnen gehört Willy Schockenbäumer, der die Abteilung des  Roten Frontkämpferbund (RFB) Burgstädt aktiv und mit Erfolg führte.

(Der RFB wurde 1924 gegründet und war die Nachfolgeorganisation der Proletarischen Hundertschaften und des vom Spartakusbund begründeten Roten Soldatenbunds.)

 

Aus den Erinnerungen von Erich Knorr[1912-2012; er war 29 Monate lang Strafsoldat im Strafbataillon 999 und ein deutscher Politiker(KPD, SED,DIE LINKE), Landrat des Kreises Rochlitz und stellvertretender Generalsekretär der Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe(VdgB)].

"Im Herbst 1932 schloss ich mich, ohne Anweisung oder irgendeine Order, enger an den Roten Frontkämpferbund an, die illegale Wehrorganisation der KPD, in die ich im März 1932 aufgenommen worden war. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass der Nazismus an die Macht kommen könnte, ohne dass die deutsche Arbeiterklasse dem Faschismus eine Entscheidungsschlacht liefern würde. Waren das lediglich Ideen in meinem Kopf? Nein, das waren sie nicht. Willy Schockenbäumer starb unter den Kugeln der SS, des Limbacher Mordsturms, im November 1932. Ein halbes Dutzend unserer Kameraden wurde verletzt, dem Jüngsten musste ein Bein amputiert werden." 

 "NEUEN DEUTSCHLAND" vom 09.09.1989 - Beitrag "Wie junge Leute aus der Geschichte lernen, das Heute mitzugestalten"; Seite 9:

"Dutzende Blätter für Ortsgeschichte sind herausgegeben. Dafür lohnt es, Partei zu nehmen. 
Da ist zum Beispiel die Reihe „ Kämpferpersönlichkeiten ". 
Burgstädter Bürger, aktiv im antifaschistischen Widerstandskampf, werden darin vorgestellt. 
Albert Hößler, Wilhelm Schockenbäumer, Kurt Mauersberger, Friedrich Marschner... Burgstädter, die' Flugblätter herstellten, gefährdete Genossen vor der Verhaftung bewahrten, in den Internationalen Brigaden einen Wall gegen die aufkommende Flut des Faschismus errichten wollten. 

Kommunisten, Sozialdemokraten, Gläubige.

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft erkundeten Details ihres Lebens, sprachen mit Freunden und Kampfgefährten, fragten nach Motiven, wollten wissen, woraus sie Kraft und Optimismus nahmen. „Die Menschen, die wir dabei kennenlernten, sind für unsere Schüler keine Helden auf steinernem Sockel, 
sondern Leute aus ihrer Heimatstadt, Bürger, die um die Ecke wohnten und wohnen. So fällt es 
leichter, historische Prozesse, Ereignisse der Weltgeschichte zu begreifen und zu werten."

 

Kein Opfer der brutalen und entmenschlichten faschistischen Ideologie darf vergessen werden, auch wenn (noch) nicht immer alle Fakten detailliert bekannt sind. 

 

Literatur

Erich Knorr, Strafsoldat in Krieg und Nachkrieg - 29 Monate Strafbataillon 999, Pahl-Rubenstein-Verlag 2011

 

Ehrungen in Burgstädt: Willy-Schockenbäumer-Straße

                                   Gedenktafel 

 

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