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Pressemitteilung - Ein verschwundener Stolperstein wurde aufgefunden

| Stolpersteine

Chemnitz, 13. Juni 2025
Pressemitteilung
Der am 02. November 2012 für Irene Beatrice Goeritz in der Hoffmannstraße 52 verlegte Stolperstein war seit 2023 nicht mehr auffindbar. Einem Zufall ist es zu verdanken, daß der Stein wieder aufgetaucht ist und erneut verlegt werden kann. Wir danken ausdrücklich dem Finder. 
Karl Goeritz (geb. 1900) war jüngster Sohn des Textilfabrikanten Siegmund Goeritz. Er zählte mit zu den bedeutenden privaten Kunstsammlern der Stadt Chemnitz um 1930, musste 1937 aber aus der Stadt mit seiner Familie nach Holland fliehen. Er, sein Sohn Frank-Stefan Goeritz (geb. 1932) und Tochter Irene Beatrice Goeritz (geb. 1938) ertranken bei der Überfahrt nach Chile am 18. November 1939, als die MS Simon Bolivar in ein Minenfeld vor der englischen Küste geriet und kenterte. Seine Frau überlebte als einziges Familienmitglied. Weitere Steine wurden 2024 vor dem Wohnhaus verlegt unter Teilnahme von Familienangehörigen.
Weiterhin unauffindbar bleibt, nach der Sanierung des Fußweges an der Lutherstraße 5, der Stolperstein in Gedenken an Hermann Eduard Gleicher, der am 01. Juni 1940 im KZ Buchenwald zu Tode kam. Der Stein war bereits 2010 an der Stelle des einstigen Wohnhauses verlegt worden. Auch damals nahmen Angehörige aus Chemnitz teil. 

Enrico Hilbert Vorsitzender

Stolpersteine Fam. Goeritz

Buchankündigung: Wie Lämmer zur Schlachtbank?

Am nachfolgend vorgestellten Buch arbeiteten auch Mitglieder unseres Vereines mit. Wir möchten es an dieser Stelle gerne mittels der Verlagsankündigung vorstellen:

Bertram Seidel, Gabriele Seidel, Enrico Hilbert (Hrsg.)
Wie Lämmer zur Schlachtbank?
Jüdischer Widerstand und Verweigerung aus der jüdischen Bevölkerung in Sachsen gegen da NS-Regime 1933-1945

Das Buch erhebt hinsichtlich der erörterten Thematik weder Anspruch auf Vollständigkeit noch auf theoretischen Tiefgang. Ihr Hauptanliegen besteht vielmehr darin, anhand des Verhaltens konkreter Personen einen Eindruck vom Ausmaß resistenten Handelns aus der jüdischen Bevölkerung eines räumlich klar definierten Territoriums des Deutschen Reiches gegen das Herrschaftssystem der Nazis zu vermitteln und damit der in verschiedenen Milieus noch immer stark verbreiteten Pauschalansicht, die Juden hätten sich nich gegen das Hitlerregime und damit gegen ihr Verderben gewehrt, handfeste Tatsachen entgegenzusetzen. Bekanntlich wurde dieser Aspekt der Holocaust-Gesamtthematik zumindest im deutschsprachigen Raum über lange Zeit sehr stiefmütterlich behandelt und darüber hinaus von einigen Historikern wie beispielsweise Raul Hilberg in seiner 1992 erschienenen Publikation „Täter, Opfer, Zuschauer. Die Vernichtung der Juden 1933 bis 1945“ in der Vergangenheit auch verzerrt dargestellt.

Interessierte können das Buch direkt beim Verlag bestellen. >>> https://www.edition-av.de/