Das tragische Scheitern Stauffenbergs und der anderen Verschwörer gegen Hitler bestätigt die Erkenntnis, dass eine "Palastrevolution" den Grundwiderspruch im faschistischen Deutschland nicht lösen konnte. Die Pläne Goerdelers waren zum Scheitern verurteilt: Unter den Bedingungen des faschistischen Terrorsystems konnte selbst der organisierte Offiziersaufstand nicht erfolgreich sein, wenn er von den antifaschistischen Widerstandsorganisationen isoliert blieb.
Der Kampf und das Sterben Stauffenbergs und seiner Gefährten verdient uneingeschränkte Anerkennung und beinhaltet ihr Vermächtnis an die Nachwelt. Die Verschwörung vom 20. Juli 1944 zeigt, dass Vorurteile überwunden werden müssen, wenn der Frieden und Demokratie gesichert und bewahrt werden sollen.
Für Stauffenberg und Gefährten, für die Bewahrung ihres Vermächtnisses, für die Beherzigung der Lehren aus der Geschichte gilt nach wie vor, was Heinrich Mann 1948 über die Bedeutung des deutschen Widerstandes geschrieben hat: "Manifeste, die mit dem Tode besiegelt sind, haben Aussicht unvergessen zu bleiben. Das nächste Mal wären sie im Voraus bekannt, ein künftiger Widerstand gegen Gewalt fände Belehrte vor. Ein ganzes Volk, sobald es will, erinnert sich seiner achtenswerten Kämpfer. Dann muß nicht mehr gestorben werden, die Vorigen hätten lieber lebend gesiegt."