Am 23.April 1945 waren die Häftlinge eines "Todesmarsches" des KZ Flossenbürg in einer Scheune bei Wetterfeld im Bayern zusammengefercht. Noch unter Bewachung der SS wagten sie den Ausbruch ins Freie, als sie Geräusche schweren Kriegsgeräts, Rasseln von Panzerketten hörten und durch Ritzen im Holzverschlag eindeutig Sterne auf den Fahrzeugen wahrgenommen hatten.
Ein Tag der Befreiung und ab diesem Jahr Justins zweiter Geburtstag, den er Zeit seines Lebens feierte und an den wir jährlich erinnern. Auch in diesem Jahr haben wir gefeiert. Der Brühl stand in Blütenbracht und es fanden sich Chemnitzerinnen und Chemnitzer, Freunde unseres Kameraden, um dieses Datum gemeinsam bei Kaffee und Kuchen zu begehen. Begrüßen konnten wir auch Mykola Borovyk den wissenschaftlichen Mitarbeiter der Stadt Frankennberg, der mit dem Aufbau der Gedenkstätte für das KZ Sachsenburg betraut ist sowie den Sohn von Max Brudner. Hermanns Vater, Kommunist aus Chemnitz, war Kapo im KZ Auschwitz und hatte Justin im Lager entscheidend begleitet uns somit zu seinem Überleben beigetragen.
Enrico Hilbert



