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Unsere Nachrichten

Humanität und Toleranz

| VVN BdA Chemnitz

Fast 300 Jahre und noch immer nicht weise

Gotthold Ephraim Lessing veröffentlichte 1779 das Drama "Nathan der Weise". Das Werk hat als Themenschwerpunkte den Humanitäts- und Toleranzgedanken der Aufklärung. 

In der Figur Nathan der Weise setzte Lessing seinem Freund Moses Mendelssohn, dem Begründer der jüdischen Aufklärung, ein literarisches Denkmal. 

Im Mittelpunkt der Handlung steht die Ringparabel, somit im Kern die Frage nach dem Wahrheitsanspruch von Religionen. Diese Parabel von den drei Ringen gilt als ein  Schlüsseltext der Aufklärung und als Ausdruck der Toleranzidee.

Es geht es um einen Vater, der einen kostbaren Ring, sein wertvollstes Juwel, an denjenigen unter seinen Söhnen weitergibt, den er am meisten liebt und den er damit zum Erben einsetzt. So verfahren auch seine Nachkommen. Als Generationen später jedoch ein Vater seine drei Söhne alle gleich liebt, lässt er ohne deren Wissen zwei weitere Ringe anfertigen, sodass der Vater „kaum“ und die Söhne gar nicht mehr entscheiden können, welcher Ring der ursprüngliche ist.

Die Parabel wurde dahingehend verstanden, dass der Vater für den liebenden Gott, die drei Ringe für die drei monotheistischen Religionen(Judentum, Christentum und Islam) und die drei Söhne für deren Anhänger stehen.

Es ist die Botschaft von der Gleichberechtigung der drei großen Religionen.

In der Zeit des Faschismus mit einem Spielverbot belegt und das Werk verschwand aus der Schullektüre. Die Aufforderung zur Toleranz und die Darstellung eines menschlich vorbildlichen Juden in der Figur des Nathans widersprach diametral der faschistischen Ideologie. 

Verfilmungen

Das Drama wurde im Jahre 1922 vom jüdischen Filmregisseur Manfred Noa verfilmt. Der Stummfilm galt nach dem Zweiten Weltkrieg als verschollen. Mitarbeiter des Filmmuseums München entdeckten ihn in Moskau, sorgten für eine aufwändige Restaurierung und veröffentlichten ihn 2006 auf DVD. 

Weitere Verfilmungen stammen von Karl-Heinz Stroux(1956), von Hermann Lanske und Leopold Lindtberg(1964), von Franz Peter Wirth(1967), von Friedo Solter und Vera Loebner(1969, DDR), von Oswald Döpke(1979), von Friedo Solter und Margot Thyrêt (1989, DDR) und vonUwe Eric Laufenberg(2006).

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Jahresnachrichten

Buchankündigung: Wie Lämmer zur Schlachtbank?

Am nachfolgend vorgestellten Buch arbeiteten auch Mitglieder unseres Vereines mit. Wir möchten es an dieser Stelle gerne mittels der Verlagsankündigung vorstellen:

Bertram Seidel, Gabriele Seidel, Enrico Hilbert (Hrsg.)
Wie Lämmer zur Schlachtbank?
Jüdischer Widerstand und Verweigerung aus der jüdischen Bevölkerung in Sachsen gegen da NS-Regime 1933-1945

Das Buch erhebt hinsichtlich der erörterten Thematik weder Anspruch auf Vollständigkeit noch auf theoretischen Tiefgang. Ihr Hauptanliegen besteht vielmehr darin, anhand des Verhaltens konkreter Personen einen Eindruck vom Ausmaß resistenten Handelns aus der jüdischen Bevölkerung eines räumlich klar definierten Territoriums des Deutschen Reiches gegen das Herrschaftssystem der Nazis zu vermitteln und damit der in verschiedenen Milieus noch immer stark verbreiteten Pauschalansicht, die Juden hätten sich nich gegen das Hitlerregime und damit gegen ihr Verderben gewehrt, handfeste Tatsachen entgegenzusetzen. Bekanntlich wurde dieser Aspekt der Holocaust-Gesamtthematik zumindest im deutschsprachigen Raum über lange Zeit sehr stiefmütterlich behandelt und darüber hinaus von einigen Historikern wie beispielsweise Raul Hilberg in seiner 1992 erschienenen Publikation „Täter, Opfer, Zuschauer. Die Vernichtung der Juden 1933 bis 1945“ in der Vergangenheit auch verzerrt dargestellt.

Interessierte können das Buch direkt beim Verlag bestellen. >>> https://www.edition-av.de/