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Samstag, 02.07.2011 08:17 Alter: 323 Tage
Kategorie: VVN-BdA Bund

Schock über Schmierereien an der KZ-Gedenkstätte Wandsbek

Presseerklärung der TeilnehmerInnen des Internationalen Jugendworkcamps „Blickwinkel“ an der KZ-Gedenkstätte Neuengamme & Einladung zur Ausstellungseröffnung


 Presseerklärung der TeilnehmerInnen des Internationalen Jugendworkcamps „Blickwinkel“ an der KZ-Gedenkstätte Neuengamme & Einladung zur Ausstellungseröffnung

Seit Samstag, den 23.7.2011, findet in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme das Internationale Jugendworkcamp „Blickwinkel“ statt. 20 Junge Menschen aus 13 Ländern erarbeiten in Workshops eine Ausstellung zu Gedenkorten von Außenlagern des KZ Neuengamme in Hamburg.

Einige TeilnehmerInnen, die sich mit dem Frauenaußenlager Wandsbek-Drägerwerke beschäftigen , suchten diesen Ort am Mittwoch, den 27.7.2011, auf. „Wir wurden überrascht von mit schwarzer Farbe besprühten Schildern, die sonst den Weg zur KZ-Gedenkstätte weisen“ berichtet Ana Smerdu (18 Jahre, aus Slowenien). Dies geschah nicht zum ersten Mal, wie die TeilnehmerInnen im Gespräch mit dem Polizeibeamten vor Ort und mit Bernhard Esser (Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Neuengamme e.V., die sich seit Jahren für die KZ-Gedenkstätte einsetzt) erfuhren. Seit die kleine KZ-Gedenkstätte im Mai 2010 eingeweiht wurde, ist sie mehrfach beschmiert und beschädigt worden. „Wir sahen Fotos von Hakenkreuzschmierereien vorheriger Angriffe auf die Gedenkstätte und fragen uns, warum so aggressiv reagiert wird. Es sollte doch ein Ort der Erinnerung sein und Respekt gezeigt werden“ erklärt Svetlana Khoruzina (18 Jahre, aus Russland).

„Wir sind schockiert über diese Respektlosigkeit“ sagt Natalia Melamed (18 Jahre, aus Russland) und fragt, ob dies ein Zeichen für wachsenden Neo-Nazismus sei. Sergii Prokopenko (22 Jahre, aus der Ukraine) erklärt, dass es auch in der Ukraine Probleme mit Neo-Faschismus gäbe. Nachdem die TeilnehmerInnen mehr über die Geschichte des Außenlagers Wandsbek-Drägerwerke und die Konflikte im Kontext der Entstehung dieser Gedenkstätte erfahren haben, halfen sie Bernhard Esser die Gedenkstätte zu reinigen. „Niemand außer ihm kümmert sich um die Gedenkstätte. Er reinigt sie in seiner Freizeit und wir helfen ihm gern dabei, denn diejenigen, deren Aufgabe es wäre, kümmern sich leider nicht“ erklärt Nina Sutter (18 Jahre, aus der Schweiz). „Es ist wichtig und für uns auch eine Ehre diese Arbeit zu tun, denn wenn wir uns um den Zustand dieser Gedenkstätte kümmern, haben wir die Möglichkeit unseren Respekt gegenüber den Opfern der Nazis zu zeigen.“ Fasst Svetlana Khoruzina ihre Motivation zusammen. Was die TeilnehmerInnen des Internationalen Jugendworkcamps eint, ist das gemeinsame Interesse über diese Geschichte zu lernen, zu diskutieren, sich über die jeweiligen „Blickwinkel“, die sie mitbringen, auszutauschen. „Wir kamen alle aus verschiedenen Ländern, aber wir sind miteinander verbunden über das Interesse etwas zu bewegen und zu verändern und dafür zu sorgen, dass bestimmte Ereignisse nicht vergessen werden“ beschreibt Ivana Kostandinovic (23 Jahre, aus Serbien) dies auf dem gemeinsamen Blog, mit dem die TeilnehmerInnen ihre Arbeit und Gedanken dokumentieren.

Mit diesen Eindrücken, Interviewmaterial und Fotographien, machten sich die TeilnehmerInnen wieder zurück auf den Weg zur KZ-Gedenkstätte Neuengamme. Dort verarbeiten sie auch diese Informationen zu einer

Ausstellung, die am Freitag, den 5.8.2011 um 12 .00 Uhr im Studienzentrum der KZGedenkstätte Neuengamme eröffnet wird.

Zur Ausstellungseröffnung, zum Besuch des Workcamps und zu Gesprächen mit den Teilnehmer- Innen laden wir Sie herzlich ein.

Hintergrundinformationen:
Seit 1982 finden in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme internationale Jugendworkcamps statt. Das diesjährige Workcamp ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Service Civil International, der KZGedenkstätte Neuengamme und der Arbeitsgemeinschaft Neuengamme e.V.. Die TeilnehmerInnen kommen aus Deutschland, Russland, der Ukraine, Schweiz, Belgien, der Türkei, Serbien, Tschechien, Slowenien, Rumänien, Moldawien, Spanien und Japan.

Auf dem Blog neuengammeworkcamp2011.wordpress.com verarbeiten die TeilnehmerInnen ihre Recherche und Eindrücke. Die fertigen Ergebnisse werden in einer Ausstellung im Studienzentrum der KZ-Gedenkstätte Neuengamme präsentiert.

Es gibt die bei der Eröffnung die Möglichkeit mit den TeilnehmerInnen des Workcamps ins Gespräch zu kommen und Ton-, Foto- und Filmaufnahmen zu machen.

Anfragen und Kontakt: Martin Reiter (Tel.: 0176-21819437, Email: reiter_martin(at)gmx.de
) Wir bitten um Anmeldung bei Martin Reiter.

Fotos erhalten Sie auf Anfrage.

Anreise:
Bahn & Bus: S-Bahnhof Bergedorf (S21/S2), anschließend Bus 227/327 bis zur Haltestelle "KZGedenkstätte Ausstellung" Mit dem Auto: A25, Ausfahrt Curslack