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Sonntag, 26.06.2011 09:14 Alter: 328 Tage
Kategorie: Neueste Nachrichten aus dem VVN-BdA Chemnitz
Von: Enrico Hilbert

Presseinformation: Ideen für das leerstehende Gefängnis auf dem Kaßberg

Es gibt kein fremdes Leid! Das Gefängnis auf dem Kaßberg ist ein Ort mehrfacher Vergangenheit.


VVN/BdA Chemnitz Rosenplatz 4 - 09126 Chemnitz Verband der Verfolgten des Naziregimes Bund der Antifaschisten

Presseinformation: Ideen für das leerstehende Gefängnis auf dem Kaßberg

Rosenplatz 4 09126 Chemnitz
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Sparkasse Chemnitz – 87050000 Konto 3557004464

Chemnitz, den 24. Juni 2011

Es gibt kein fremdes Leid! Das Gefängnis auf dem Kaßberg ist ein Ort mehrfacher Vergangenheit.

Die Ideen des Bundesbeauftragten für die Stasiunterlagen-Behörde und Bündnis 90/ Die Grünen in Sachsen, am historischen Ort eine Stätte einzurichten, die die Erinnerung an dessen Geschichte für jetzige und kommende Generationen bewahrt, sind zu begrüßen. Eine der Wahrheit entsprechende Darstellung der Schicksale der zu Zeiten der DDR im Gefängnis auf dem Kaßberg Inhaftierten und der Bedeutung des Ortes im Rahmen der sogenannten „Freikäufe“ durch die Bundesrepublik ist im Interesse aller, die sich heute für Demokratie, Freiheit und soziale Gerechtigkeit engagieren. Für die Verfolgten des Naziregimes und ihre Nachgeborenen gilt der Leitspruch: „Es gibt kein fremdes Leid!“ - Wo Unrecht geschehen ist muß es klar benannt werden!

Doch wenn es eine Gedenkstätte im Kaßberggefängnis geben soll, dann kann diese nur der Wahrheit zur Ehre gereichen, wenn darin auch endlich eine dauerhafte Ausstellung und ein Gedenkort für die Opfer des Naziregimes in Chemnitz entsteht. Unzählige Menschen wurden in den Jahren 1933 bis 1945 dort inhaftiert, gefoltert und ermordet. Nicht nur politische Gegner des Nationalsozialismus, wie Rudolf Harlaß und Ernst Enge sondern auch Menschen die der damaligen Rassenideologie zum Opfer fielen, wie Jankel Rotstein, um nur einigen einen Namen zu geben.

Sicher ist es legitim politische Systeme und Staatsgebilde miteinander zu vergleichen, doch Gleichsetzen des Nationalsozialismus mit der SBZ oder DDR kann niemand ernsthaft wollen – so stehen eben Millionen von Toten, Millionen von Akten gegenüber.

Das Gefängnis auf dem Kaßberg ist ein Ort nicht nur doppelter Vergangenheit und es bedarf eines sensiblen Umgangs mit unserer Geschichte, um die Opfer nicht zu entwürdigen.

Wir fordern die Einbeziehung der Verfolgten des Naziregimes in die Ideenfindung und Umsetzung!

Enrico Hilbert
Vorsitzender