Ablaufplan, 8. Sachsenburger Dialog 10.-11.06. 2017

Samstag, 10. Juni 2017 (Haus der Vereine, Frankenberg)

  1. 10.00 Uhr Eröffnung (5 Minuten)

  2. 10.05 Uhr Thema 1 – Von Sachsenbug nach Buchenwald – die Wachmannschaften, Volker Strehle/ Anna Schüller (90 Minuten)

  3. 11.30 Uhr Diskussion/Fragen

  4. 12.00 Uhr Thema 2 – Von Sachsenburg nach Buchenwald – Die Häftlinge, Enrico Hilbert (30 Minuten)

  5. 12.30 Uhr Diskussion/Fragen

  6. 13.00 Uhr Mittag

  7. 14.30 Uhr Zeitzeugen-Gespräch mit Justin Sonder, Überlebender der KZ Auschwitz und Flossenbürg, Ehrenbürger der Stadt Chemnitz

  8. 16.00 Uhr Ende

  9. 18.30 Uhr Konzert

  10. 20.00 Uhr Ende

Sonntag, 11. Juni 2017 (Fabrik, Sachsenburg)

  1. 10.00 Uhr Kranzniederlegung am Denkmal

  2. 10.30 Uhr Szenische Lesung, Mitglieder der LAG, Gruppe Quijote

  3. 11.30 Uhr geführte Rundgänge über das Gelände des ehemaligen Lagers

  4. 14.00 Uhr Ende

Anstehende Termine
10.06. 18:00 - 11.06. 14:00
Sachsenburger Dialog 2017

Horizontale Trennlinie
Zum Gedenken an alle Opfer der NS-Gewalt-Herrschaft!

Holocaust - Überlebender wird Chemnitzer Ehrenbürger

Justin Sonder wird Ehrenbürger der Stadt Chemnitz. Dies hat der Stadtrat am Mittwoch beschlossen. Die Vorsitzenden der Fraktion DIE LINKE, der Fraktionsgemeinschaft CDU/FDP, der SPD-Fraktion, der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der Fraktionsgemeinschaft VOSI/PIRATEN sowie die Oberbürgermeisterin hatten dem Gremium diesen Vorschlag unterbreitet, um das unermüdliche Wirkendes Holocaust-Überlebenden bei der Aufarbeitung der Menschheitsverbrechen der Nationalsozialisten zu würdigen.

Seit 1997 absolvierte Justin Sonder mehrals 500 Veranstaltungen mit tausenden Schülern, in denen er als Auschwitz-Überlebender und Zeitzeuge die Gräueltaten des nationalsozialistischen Regimes schilderte. 2016, im Alter von 90 Jahren,reiste Justin Sonder nach Detmold, um im möglicherweise letzten großen Auschwitz-Prozess, in dem er auch als Nebenkläger auftrat, gegen einen ehemaligen Wachmann des Vernichtungslagers auszusagen. Mit seiner Aussage half er, für späte Gerechtigkeit zu sorgen.

Dem heute 91-Jährigen ist es ein bedeutendes Anliegen, gerade Jugendlichen das Ausmaß des Menschheits-verbrechens und die perfide Maschinerie des Mordens zu verdeutlichen.Zugleich thematisiert er die Verant-wortung des Einzelnen innerhalb eines solchen Systems. Im Rahmen seines langjährigen Engagements legte Justin Sonder immer wieder Zeugnis ab und verdeutlichte zugleich, dass Frieden und Demokratie zu allen Zeiten das Mittun der Menschen erfordert. Die Erinnerung wach zu halten, damit sich Geschichte nicht wiederholt und Ausgrenzung, Hass und Antisemitismus nicht gesellschaftsfähig werden, daraus speist sich Justin Sonders Motivation. Sonder wurde am 18. Oktober 1925 in Chemnitz geboren und war schon in seiner Kindheit mit wachsendem Antisemitismus konfrontiert. Dieser erreichte einen vorläufigen Gipfelpunkt im Pogrom des 9. November 1938. Justin Sonder musste von 1941 bis 1943 Zwangsarbeit in einem Chem-nitzer Rüstungsbetrieb leisten, wurde dann am 27. Februar 1943 verhaftet und ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Dort überlebte er unvorstellbare Zustände, Hunger, Schläge,Zwangsarbeit und insgesamt 17 Selektionen. In mehreren Todesmärschen gelangte Justin Sonder schließlich im April 1945 ins fränkische Wetterfeld, wo er am 23. April 1945 durch die amerikanische Armee befreit wurde. Am 19. Juni 1945 kehrt er in seine Heimatstadt zurück, wo er seit dem lebt. Justin Sonder, der sich 2007 ins Goldene Buch der Stadt Chemnitz eintragen durfte, erhielt im 2008 den Ehrenpreis des Chemnitzer Friedenspreises.

Als mit Christian Wulff im Januar 2011 erstmals ein Bundespräsident in Auschwitz sprach, zählte Justin Sonder zu den Mitgliedern seiner Delegation. Im Jahr 2015 erhielt er die Ehrenmedaille des Internationalen Auschwitz-Komitees. Damit gehört der Chemnitzer zu weltweit 400 in dieser Form Ausgezeichneten. Noch heute ist der betagte Chemnitzer gefragter Gesprächspartner, der von Schulen und Vereinen eingeladen wird. Er berichtet seinen Zuhörern von den dunkelsten Zeiten der deutschen Geschichte. Damit leistet er einen wertvollen und unbezahlbaren Beitrag zur Mahn- und Erinnerungskultur. 

 

( Quelle: Amtsblatt Chemnitz vom 01.02. 2017)

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